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Candoia paulsoni Jungtieraufzucht |
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Bei der Aufzucht von jungen Candoia paulsoni (Solomonenboas) und den meisten anderen Arten der Gattung Candoia (Pazifikboas) stellt die Ernährung das Hauptproblem dar. Als Jungtiere sind diese Tiere absolute Nahrungsspezialisten und scheinen sich in der Natur nur von kleinen Echsen zu ernähren. Unter Terrarienbedingungen zeigen sie dasselbe Verhalten und nehmen meist keine der gängigen Futtersorten freiwillig an. Zusätzlich sind sie bei bei der Geburt sehr klein, ca. 3g-6g und 15cm bis 25cm. Um nicht ständig teure, schöne Futterechsen verfüttern zu müssen oder zu gefährlichen Zwangsernährungen greifen zu müssen, bleiben nur tiefe Griffe in die Trickkiste.... Da das beste Futter zur Ernährung von Candoias in Terrarienhaltung Nager sind, sollten diese auch von Anfang an angeboten werden, um die Kleinen daran zu gewöhnen und eine spätere Futterumstellung unnötig zu machen. Natürlich sollte der Größe entsprechendes Futter, das bei jungen Candoias dann sehr junge kleine Mäusebabies sind, verwendet werden. Diese können dann lebend oder tot angeboten werden. Beides sollte man ausprobieren. Generell sollte jeder Fütterungsversuch möglichst ruhig, ohne jede andere Störung durchgeführt werden und dem Tier genügend Zeit gegeben werden, auf das Futter "anzuspringen"! Nagerbabies lösen selten einen Fressreflex aus, da sie nicht diesselben Reize wie Echsen bieten. Um die jungen paulsonis zu überlisten, sollte man das angebotene Futter mit anderen Reizen "tarnen" Dazu eignet sich das Verwittern mit Düften anderer Art. Dazu reibt man die Nagerbabies an Ersatzduftträgern, damit sie dessen Geruch annehmen. Dies kann bei lebendem und totem Futter geschehen. Als Verwitterungsgeruch eignet sich am besten der sogenannte Lizardmaker(Künstlicher Echsenduft), der aber leider nicht mehr auf dem Markt ist. Mögliche andere Geruchsträger sind Stinte, Thunfisch und jegliche Echsenhaut (Anolishaut funktioniert sehr gut!). Da Echsen selten einfach so ihre Haut abgeben, besorge ich mir frisch verstorbene Echsen aus dem Zoohandel ( Leider sehr oft vorhanden, aber so erfüllen sie wenigstens noch einen Zweck). Diese friere ich ein und es kann bei jeder Fütterung eine kleine Portion zum Verwittern entnommen werden. Alternativ kann man den angebotenen Frostnagerbabys mit einem Schnitt durch die Schnauze die Schädeldecke öffnen. Die austretenden Flüssigkeiten stimulieren manchmal den Fressreiz junger Schlangen. Mit diesen Verwitterungstechniken kann man aber nicht alle paulsonis zur Nahrungsaufnahme bewegen. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und nicht vorschnell Zwangszufüttern! Neugeborene Candoias zehren sehr lange an ihrem resorbierten Dottersack und verhungern erst nach Monaten, wenn sie freiwillig keine Nahrung aufnehmen. Lebende kleine Fische gereicht in einer Schale mit sehr niedrigem Wasserstand lösen auch oft einen Fressreflex aus (Oft bei candoia carinata beobachtet).Fisch stellt aber auf die Dauer kein geeignetes Futter dar.
Hier sieht man den Schlingakt einer sehr jungen Candoia p. paulsoni. Es war die erste Nahrungsaufnahme und dauerte etwa eine Stunde, da sich die Kleinen sehr ungeschickt beim Fangbiss, Würgen und Schlingen anstellen. Deshalb ist manchmal nicht lebendes Futter leichter zu fressen für die kleinen Paulsonis. Bei Störung würgen sie ihr Futter oft wieder aus. Einer der besten Tricks, um kleine Pazifikboas zum fressen von Mäusebabies zu bewegen ist, sich ihr leicht reizbares Wesen zu Nutze zu machen. Bei Belästigung reagieren sie oft gereizt und schnappen. Hält man den Kleinen mit einer Pinzette ein Nagerbaby vor die Schnauze passiert meist nichts. Belästigt man die jungen Paulsonis aber mit dem Futter und stösst gegen sie, schnappen sie oft zu. Reicht dies nicht, kann man sie noch zusätzlich mit einer anderen Pinzette von hinten ärgern, z.B.: in den Schwanz kneifen. Dies lässt sie meist sofort zuschnappen. Die Jungtiere halten dann noch kurz den "Angreifer" fest, bis sie merken, dass er fressbar ist..... Wenn dies mit einem Frostpinky nicht funktioniert kann man auch ein lebendiges Nagerbaby nehmen, dann werden schneller die Instinkte wach...
Hat man die jungen Candoias mit einem dieser Tricks erst einmal zur Nahrungsaufnahme gebracht, fressen sie meist mit demselben Trick regelmäßig. Langsam kann man sie dann an eine "freiwillige" Nahrungsaufnahme ohne Tricks gewöhnen und im allgemeinen werden sie gierige Fresser. Bald sehen sie so gut genährt wie das zwei Monate alte Tier oben aus! |